„ZAMm unterwegs“: Mentoring – durch Einblick zu Weitblick
Mit dem Interesse an einer Funktionärinnentätigkeit nach außen zu gehen, fällt jungen Bäuerinnen oft nicht leicht. Hier kann ein Blick hinter die Kulissen und die Begleitung einer erfahrenen Mentorin eine wertvolle Entscheidungshilfe sein – und natürlich auch eine Ermutigung im Fall eines konkreten Einstiegs. Umgekehrt kann die Arbeit als Mentorin aber auch für eine etablierte Funktionärin eine große Bereicherung bedeuten. Als Pilotprojekt der LFI-Initiative „ZAMm unterwegs“ startet heuer ein professionelles Mentoringprogramm.
Seit die Initiative ZAM („Zukunftsorientierte Agrarwirtschaftliche Motivation“) vom LFI vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, um Frauen gezielt für agrarische und regionale Funktionärinnentätigkeiten zu stärken, hat sich viel getan. Ähnlich einem Steinchen, das man ins Wasser wirft und das Wellen schlägt, kristallisierten sich aus der Grundidee immer mehr interessante Themen heraus, die in das Nachfolgeprojekt „ZAMm unterwegs“ eingeflossen sind. Nachdem ZAM mit einer Funktionärinnen-Grundausbildung den Boden bereitet hat, wurde im Rahmen von „ZAMm unterwegs“ mit dem „Funktionärinnen.Krafttraining“ eine interessante Weiterbildungsmöglichkeit geschaffen. Dazu kommen zwei weitere neue Pro-jekte: die „Funktionärinnen.Werkstatt“ und das „Mentoringprogramm“.
Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann war an allen „ZAMm unterwegs“-Lehrgängen beteiligt. Warum sie nun ihren reichen Erfahrungsschatz als Mentorin weitergeben möchte, erklärt sie so: „Das Interesse von Frauen an politischen und agrarwirtschaftlichen Themen sollte man unbedingt fördern.“ Als erfahrene Funktionärin weiß sie, dass ein gewisses Grundwissen erforderlich ist, um sich in Gremien gut einbringen zu können. „Wenn man dieses Grundwis-sen hat, wächst auch der Mut, das zu tun.“ Als Mentorin lässt sie eine interessierte Frau in ihre Themen hineinschnuppern und zeigt die positiven wie die herausfordernden Seiten ihrer Funktionärinnentätigkeit auf. „So kann ich dazu beitragen, Hemmschwellen bei jungen Bäuerinnen abzubauen, denn auch wir Funktionärinnen haben ja einmal bei null angefan-gen.“ Ein weiterer Aspekt: „Gerade diese frischen, neuen Sichtweisen von außen sind für die Bäuerinnenorganisation belebend und inspirierend.“ Das Fazit der Bundesbäuerin: „Es ist einfach eine Win-win-Situation für alle. Nicht zuletzt kann ich selbst dadurch wieder etwas dazulernen.“
Um die frisch ausgebildeten Mentorinnen mit interessierten Neueinsteigerinnen – im Fach-jargon Mentees – zusammenzubringen, werden die LFI-Landesorganisationen heuer geeig-nete Kick-off-Veranstaltungen durchführen. Denn nach den erwähnten grundlegenden Funk-tionärinnenausbildungen werden nun auch die Mentees gezielt angesprochen. Damit möchte „ZAMm unterwegs“ mehr Frauen motivieren, ihr berufliches und gesellschaftliches Umfeld aktiv mitzugestalten. Mentee zu werden kann für junge Frauen eine ideale Möglichkeit sein, die Arbeit innerhalb einer Organisation gründlich kennenzulernen und sich darin zu orientieren. Darüber hinaus können jene, denen das gut gefällt, auf diese Weise ihren Ein-stieg und eine Karriere in diesem Bereich konkretisieren und vorantreiben.
Uschi Sorz im Auftrag von Elisabeth Lenz
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